VFZB- Berbertreffen 12.- 13. September 2009
auf dem hessischen Landgestüt Dillenburg 

Bericht über den Ausritt am Freitag, 11.9.09
von Silke Mees
Fotos von Susanne Kellner

Bereits die erste Kontaktaufnahme mit unserem Rittführer Herrn Schilp verlief sehr freundlich. Er erklärte, dass er sich sehr über die Möglichkeit gefreut habe, uns das schöne Dillenburger Umland zu zeigen. Eine Geldleistung verweigerte er vehement, sei es für das Übernachtungsangebot unserer Berberpferde beim ihm auf den Hof, als auch für eine evlt. Bereitstellung von Leihpferden. Als Gegenleistung gelang es uns zumindest, ihn für das Marokkanische Büffet am Samstagabend einzuladen.

Es meldeten sich im Vorfeld 5 Reiter für den Ausritt an, welche bereits alle am Freitagvormittag in Landesgestüt mit ihren Pferden eintrafen. Spontan entschieden sich noch zwei weitere Reiterinnen zum Ausritt, womit wir auf die angenehme Gruppengröße von 7 Pferden kamen. Erneut wurden also unsere Pferde verladen und wir fuhren zu dem vereinbarten Treffpunkt an die kleine Offenstallanlage der Familie Schilp. Dort wurden wir gegen 14.00 Uhr bereits von den Islandpferdefreunden Herrn Schilp und dessen Bekannten erwartet. Wir einigten uns auf eine Reitzeit von etwa 2 ½ Stunden und ritten nach kurzer Asphaltstrecke schon gleich ins herrliche Gelände. 

Unsere anständigen Berber- und Araberberber, wie auch wir, hatten natürlich keinerlei Probleme mit der gegenseitigen Kontaktaufnahme und es entstanden recht schnell nette Gespräche und neue Bekanntschaften. Lediglich das flinke Gangwerk der Islandpferde verwunderte den ein oder anderen anfangs, jedoch gelang es unseren Pferden recht schnell sich anzupassen. Vorbei an einer großen Golfplatzanlage konnte man in so manchen Gesichtern ein Grinsen erkennen, wohl ertappt bei dem Gedanken, einmal über den akribisch geschnittenen Rasen zu galoppieren. Natürlich überwog unser Anstand!

Wir ritten in allen Gangarten durch die schöne Waldlandschaft, hinweg über die alten Kutscherwege des Dillenburger Landgestütes, wo noch vor wenigen Jahren hohe Meisterschaften der Kutschfahrer ausgetragen wurden. Inmitten des Waldes überraschte unser Rittführer uns mit einer hochprozentigen Stärkung. Aus einem Holzstapel zog er eine Flasche mit wohlschmeckenden, süßlichen Alkohol hervor und jeder von uns durfte sich einen Schluck aus der Flasche genehmigen.


Insgesamt machten wir wohl einen recht verdursteten Eindruck, denn Hr. Schilp sah sich etwas später zu einer erneuten Erfrischung veranlasst. An einem idyllischen im Wald gelegenen See, dem Althausweiher, zog Hr. Schilp mehrere Flaschen Radler aus dem Wasser. Wir nutzten diese sehr gelegene Pause um unsere Pferde grasen zu lassen und selber - mit einem Bierchen in der Hand - etwas auszuruhen. Nebenbei wurde uns die geschichtliche Nutzung dieser historischen Stelle erklärt. Denn wir standen an einer alten Stallanlage welche um 1700 erbaut wurde und der Hengstaufzucht des Dillenburger Landgestütes diente. Es waren jedoch nur noch Mauer- und Gewölbereste erkennbar. Wir nutzten die schöne Kulisse des Sees um noch ein Gruppenfoto zu machen und traten unseren Rückweg, wieder in allen Gangarten, zur Offenstallanlage an.


Bericht über das Berbertreffen mit einer geglückten Stuteneintragung

von Margit Köppen; Foto: Katja Gretscher-Said

2009 war nicht mein erstes Berbertreffen. Ich war schon viermal dabei. Zum ersten Mal damals in Trippstadt, dann am Niederrhein und später bei Berlin und auf der Schwäbischen Alb. Ich war jedes Mal begeistert. Die Atmosphäre mit dem Hauch Nordafrika, nette Leute, leckeres Essen – und natürlich all die wunderbaren Pferde. Was tut eine eingeschworene „Berberfrau“ schließlich lieber als Berber gucken? Ich jedenfalls konnte mich nie satt sehen an den wunderbaren Berber- und Araber-Berberpferden, die auf den Berbertreffen auf einem Fleck zusammen kamen. Sie sind schließlich „meine Traumpferde“, für die ich mich 1998 zum ersten Mal entschieden habe.

Daran, selber eines unserer Pferde mitzubringen hatte ich allerdings nie ernsthaft gedacht. Ich liebte meine Ponys sowieso und einen Vereinsstempel brauchte ich dafür nicht. Aber dies mal kam es anders. Wir – mein Mann Karlo und ich – haben außer unserem Wallach Quaissar zwei Stuten, die wir nächstes Jahr decken lassen wollen. Lolita ist schon als Zuchtstute eingetragen, aber die sechsjährige Pashabwa brauchte noch den offiziellen Segen des Zuchtverbandes. Und so kamen wir dieses Mal zum Berbertreffen mit unserem Pferd.

Dillenburg war allein schon als Veranstaltungsort die Superlative. Das altehrwürdige Landgestüt, das ganze Stadtviertel drum herum, das hatte schon eine Aura von Würde, Ruhe und Gediegenheit. Dazu noch strahlendes Sommerwetter und perfekte Vorbereitung durch das Organisationsteam - fertig war eine heitere Veranstaltung voller Leichtigkeit.
Ja und dann kam für uns noch der Hit mit der kleinen Pashabwa. Wir waren am ersten Tag bei den Championaten und am zweiten Tag bei der Stuteneintragung die Glückspilze des Berbertreffens. Nicht daß ich unsere Jüngste für ein hässliches Pferd gehalten hätte. Ich hatte schließlich bei den vorherigen Berbertreffen schon ein Bild davon bekommen, wie ein korrekt gebautes Araber-Berberpferd so etwa aussehen soll. Dass sie so hervorragend abschneiden würde, damit hatte ich jedoch wirklich nicht gerechnet. Pashabwas Teilnahme am Championat war auch eher zufällig. Es ging uns ja eigentlich nur um die Stuteneintragung, damit der Nachwuchs ordentliche Papiere bekommt. Aber da ich noch nie ein Pferd auf einer öffentlichen Veranstaltung vorgeführt hatte, haben mir andere Berberfreundinnen geraten, doch besser beim Championat schon mal zu üben, bevor es bei der Stuteneintragung wirklich ernst wird. Ein guter Tipp, den ich nach meinen Erfahrungen jetzt nur weiter geben kann!
Wir haben uns natürlich wie die Schneekönige gefreut, daß am Ende das Eine wie das Andere so ein großer Erfolg war. Ein kleines Glück, das einfach so vom Himmel fällt – hat man ja auch nicht jeden Tag.



Inzwischen steht Pashabwa wieder mit Lolli und Quaissar auf den Weiden hinterm Haus, Karlo und ich kämpfen mit dem stressigen Alltag und der Herbst kommt mit Nieselregen. Von dem schönen Wochenende in Dillenburg werden wir aber noch eine Weile zehren können. Wir freuen uns, dass wir dort viele interessante und freundliche Menschen kennengelernt haben und wieder so viele wunderbare Pferde sehen konnten. Unserem Verband, dem VFZB wünschen wir, dass nun alles so harmonisch weiter geht, wie wir es in Dillenburg sicher alle erlebt haben. Und Pashabwa findet hoffentlich nächstes Jahr „den Richtigen“.

P.S.: Pashabwas Preisgeld haben wir an eine Hilfsorganisation für Pferde in Rumänien gespendet. Schauen Sie mal hin unter: http://www.equiwent.eu

Dr. Margit Köppen 

Harzheim, 4. Oktober 2009